Das große China Dossier - Das bevölkerungsreichste Land der Erde und der Entscheidungsträger der Zukunft!
(30.09.2009)
Kurzer Überblick
+ 1949 Gründung der Volksrepublik China. China war damals ein unterentwickeltes Agrarland + Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild + 1976 Nach dem Tod Mao`s eröffnen sich neue Entscheidungsmöglichkeiten + 1979 Ökonomische Reform Deng Xiaoping von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft + Angebot + Nachfrage regeln die Wirtschaft (überwiegend) + 2003 lag das Bruttoinlandsprodukt knapp hinter den G7 – Staaten + 2009 China, die einzige Volkswirtschaft, die in der „Welt“Wirtschaftskrise“ wächst + 2020 wird China die Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 sein, jedoch mit einem Pro – Kopf – Einkommen, welches das niedrigste aller Industriemächte sein wird
China & Wirtschaftsgipfel
China + die meisten BRIC – Länder (Brasilien + Indien) haben kein Problem mit der „Welt-Finanzkrise“. Weil es keine globale Welt-Finanzkrise gibt. Es ist eine Krise von Wallstreet + London inklusive G8-Länder. China ist nur über die verminderte Nachfrage aus der EU + USA tangiert.
Auf dem G 20 Wirtschaftsgipfel in Pittsburgh wurde einiges mehr offensichtlich
G8 hat ausgedient. Ohne die G20 geht gar nichts mehr. Die G20 werden allerdings von Absprachen der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) dominiert. Beispiel Umweltschutz: Die BRIC Staaten wollen Wirtschaftswachstum und zeigen wenig Interesse an Umweltschutzmaßnahmen. Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise sind für BRIC wichtiger, als Boni für Banker zu regeln. Hier geht es vielmehr um Hunger + Armut. (Meldung Spiegel)
In den kommenden Jahren werden BRIC, und allen voran China, die Themen der Wirtschaftsgipfel bestimmen. Und spätestens 2020 auch die Entscheidungen. Indien, der Chinesische Gegenspieler, dürfte 2025 die zweitgrößte Wirtschaftsmacht werden.
Wirtschaft & Probleme
1. Es werden 8 % Wirtschaftswachstum benötigt um die 130 Millionen Wanderarbeiter in Beschäftigung zu halten. Dieser Beschäftigungsdruck ist gefährlich. Zu Beginn des Jahres 2009 wurden 20 Millionen Wanderarbeiter arbeitslos. Bis zum Sommer reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um circa 4 Millionen. Sozialer Sprengstoff. Wenn die Wanderarbeiter, meistens einfache Bauern, auf ihre heimatlichen „Höfe“ zurückkehren, liegen die Felder brach oder Fabriken sind dort entstanden.
Die Chinesische Regierung muss jedes Jahr 24 Millionen neue, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das ist das größte Problem Chinas. Und das funktioniert nur über Export. Und die Expansion des Exports benötigt jährlich höhere Volumina an Rohstoffressourcen.
Man fürchtet den Zorn der Hungrigen + Rohstoffkriege mit den USA und erhöhte die Polizei + Militärausgaben um fast 18 % im Jahr 2008.
2. Die Verbraucherpreise stiegen 2008 um 7,9 %. Einzelne Lebensmittel, wie Fleisch, verteuerten sich um 40% . Auch die Energiekosten. Die ersten Arbeitnehmerdemonstrationen verlangten mehr Gehalt. Die Arbeiter bekamen im ersten Halbjahr 2008 18 % Lohnerhöhung. Angestellte 8 – 10 %. Die Regierung weiß, dass die Zeiteinheit des absoluten Billiganbieters mittelfristig zu Ende geht. Korea + Vietnam übernehmen. Und mancher Unternehmer zieht weiter mit der Karawane (Beispielsweise: Adidas)
Der einzig akzeptable Ausweg heißt Qualifizierung
Die Voraussetzung hierfür ist zuerst mal die Kopie des Originals. Mit dieser Strategie vermeidet man Misserfolge + hohe Entwicklungskosten durch Eigenentwicklung. Japanese – way. Egal, was die Staatsführung verlauten lässt, China kommt aus der Sackgasse „Billiganbieter“ nur heraus, wenn kopiert wird. Also wird weiter kopiert. In den USA wurden zwischen 2000 - 2006 mehr als 400 Untersuchungen wegen illegaler Waffenausfuhren in die Volksrepublik eingeleitet.
Momentan haben viele ausländische Arbeitgeber jedoch das Problem, dass die Qualitätsproduktion nur auf niedrigem Niveau möglich ist, die Lohnanforderungen jedoch steigen.
3. Untergrundbanken mit einem Marktanteil von mindestens 50 %, 24 Stunden-Service + besserer Produktpalette, als jede Staatsbank. Inklusive höherer Guthabenzinsen. Sogar Staatskonzerne sollen zu den Kunden gehören. Chinesen sind traditionell Spieler - Risk Spieler. Durch diese Untergrundbanken wird die ungehemmte Spekulation befördert. Börsenkarussell. Bereits 2000 gab es in China 30 Millionen private Unternehmen, dabei hatte das nationale Bankensystem nur 1 % der Kredite vergeben. Woher das Geld kommt, weiß außer den tatsächlichen Geldgebern niemand. Mit verschärften Kapitalkontrollen versucht man „Herr der Lage“ zu werden. Devisenkontrolleure überprüfen, ob das, nach China einströmende Geld auch durch reale Leistung entstand. Bis zur Freizeichnung wird das Geld nicht ausbezahlt. Nun ja, das organisierte Bandentum in China ist älter, als der Vatikan. Und gegen verdeckte Finanzaktionen ausländischer Geheimdienste dürfte ein Beamter ebenso chancenlos sein. Wenn die Regierung diese Banken erfolgreich verbieten würde/könnte, würde die gesamte Chinesische Infrastruktur zusammenbrechen.
4. Steuerzahler. (wie könnte es anders sein?) circa 100 Mio Chinesen zahlen Steuern. 45 Mio. sind jedoch erst von der Steuerbehörde erfasst. 2006 sollten sich alle Einkommensbezieher melden, die über 12.000 Euro verdienen. Dieser Aufruf verhallte weitgehend scheinbar ungehört.
5. Das Bedrohungsszenario Ressourcenknappheit (siehe auch Russland - Ukraine) könnte China auf dem großen GeoPolitischen Schachbrett „matt setzen“ oder zu Kriegshandlungen zwingen. Dieses Szenario motiviert China zur historisch umfangreichsten Shoppingtour der Weltgeschichte. Fällt das Wirtschaftswachstum unter 6 % ist von erheblichen Unruhen auszugehen. 130 Millionen Wanderarbeiter verlieren dann in erster + vorderster Linie. Gerade die räumliche Beweglichkeit dieser Volksgruppe könnte das ganze Land in kurzer Zeit mit einem Revolutionsvirus durchdringen, befürchtet die Regierung.
Wirtschaft & Wachstum
Entwicklung des Außenhandels Chinas Jahr Einfuhr Ausfuhr Jahr Mrd. US$ Prozent zu Vj. Mrd. US$
Subventionierte Exportartikel - Beispiel Reifenexporte
28 % aller Exportartikel werden vom Chinesischen Staat, mittels Steuerreduzierung, subventioniert. China versucht in der Krise mit seiner Billigware Marktanteile zu gewinnen. Nach offiziellen amerikanischen Zahlen aus dem Bericht der US Internationale Trade Commission (USITC) hat China seine Reifenexporte von 14,6 Millionen Stück 2004 auf 46,0 Mio Stück 2008 hochgefahren. Im Verhältnis zur amerikanischen Produktion stiegen die Importe aus China von 7,5 % auf 33,6 %. Dabei fiel der chinesische Preis im Verhältnis zum amerikanischen von 64,3 % auf nur noch 55,8 %. Obwohl sich in diesem Zeitraum die Rohstoff- und Energiepreise für die Reifenproduktion erheblich verteuerten und die amerikanische Industrie ihre Preise im Jahresdurchschnitt um 11 % anheben musste. (Quelle: Jahnke. Die USA antworteten mit diversen Einfuhrzöllen!
Chinas Geld
Renminbi heißt: Volkswährung. Yuan heißt : Zahlungsmittel. Der Euro heißt auf chinesisch "Ou-Yuan" = Europa-Yuan. Renminbi Yuan grenzt so den chinesischen Yuan gegenüber den anderen "Yuans" (Ou-Yuan usw.) ab. Zu vergleichen ist dies am ehesten mit den Begriffen "Deutsche Mark". Ein "Jiao" ist ein Zehntel Yuan, 0,1 Yuan und ein "Fen" ist ein Hundertstel Yuan, also 0,01 Yuan. Die Devisenreserven der People’s Bank of China (Chinesische Zentralbank) werden auf 2,5 Billionen Dollar geschätzt. China tauscht diese Geldwährung in Realvermögen.
Wie die internationale Hypotheken- , Finanz-, Wirtschaftskrise von China + Schwellenländern angekurbelt wurde
Auf Grund seiner Leistungsbilanzüberschüsse, hatte China 2 Billionen US-Dollar Devisenreserven aufgebaut. In China selbst bestand kein vermehrtes Interesse an diesem Geld, da die Firmen selbst hohe Renditen erwirtschafteten. Also, weshalb Geld leihen? Und China wollte die Billionen nicht ohne Profit im eigenen Safe lagern. Außerdem wäre dadurch der Dollarkurs gegenüber dem Yuan gestiegen. Also kaufte man zuerst Staatspapiere. Daraufhin stieg durch den Nachfragekurs der Wert der Staatspapiere und das Zinsniveau sank in den USA automatisch. (Überangebot Cash) Durch die niedrigen Zinsen stieg das Privatkreditvolumen + automatisch das Immobilienkreditvolumen. Da China überhaupt kein Risiko für den dadurch aufgeblähten Kreditmarkt übernehmen wollte + die USA das Risiko alleine nicht tragen konnten, wurden die Risikoverteilung über Verbriefung und den internationalen Handel mit demselben, erfunden. Man schätzt, dass insgesamt über 5 Billionen Dollar aus China + anderen Schwellenländern risikofrei angelegt wurden + dann in hochriskante Kredite an die westlichen Haushalte weitergereicht wurden. Schwellenländer + deren Haushalte hatten so ihre sichere Anlage (Staatspapiere) und die westlichen Steuerzahler zahlen jetzt das Überhitzungsrisiko. Quelle: „Globalised finance and its collapse" A.Brender / F.Pisani
Chinas internationale Politik (ist zuerst mal Wirtschaftspolitik)
Ein Afrikanischer Beobachter beschreibt das folgendermaßen: Nachdem die Europäer 12 Monate diskutieren und am Ende nichts passiert, baut uns China in 6 Monaten einen Hafen mit Zufahrtsstrassen. China kaufte sich in Afrika ein. Vor allem Bodenschätze. Angola, Simbabwe u.a. Im Sudan ist die Erdölförderung in Chinesischer Hand. In der UNO wurden deshalb alle Anträge gegen die Sudanesische Regierung blockiert. In Australien wurden Gold- und Silberminen eingekauft. 1,5 Mrd. wurden in die Kanadische Bergwerksgesellschaft Teck Resources investiert. Die Zentralbank verfügt heute über mehr, als 1000 Tonnen Gold. Der Ausbau der Goldreserven hätte klare Priorität vor dem Dollar. China ist selbst Goldproduzent und hat die Ausfuhr von Gold verboten. Mit Ausnahme von Goldschmuck.
Danach ist jetzt Südamerika an der Reihe
China und Brasilien. Brasilien hat bereits eine Strategische Partnerschaft mit China beschlossen. China gibt Brasilien Geld für die Erschließung eines riesigen Erdölfeldes und Brasilien zahlt mit Erdöllieferungen zurück. Petrobras benötigt insgesamt 170 Mrd. Dollar. Den USA dürfte dieser Entscheidungsprozess nicht gefallen.
Die noch GeoPolitische Nr. 1 reagierte daraufhin mit zwei Entscheidungen:
1. Präsident Obama versuchte mit freundlicher Umarmung zerfließenden Einfluss in Südamerika zurück zu gewinnen. Das misslang. Fast alle Regierungen Südamerikas sind sozialistisch und gegen die Kolonialvorherrschaft der USA.
2. Präsident Obama schloss mit Kolumbien, einziger Pro – USA – Staat des Kontinentes, einen Militärvertrag über 5 Militärbasen der USA. (natürlich nur zur Drogenbekämpfung)
Seit März 2009 ist China der wichtigste Handelspartner für Brasilien. Die USA wurden auf Platz 2 verwiesen. China hat den US – Einfluss auf Brasilien damit vollständig zunichte gemacht.
China ist zuerst mal über seinen internationalen Einkauf ein internationaler GeoPolitischer Player: In Südamerika, Afrika, Vorderer Orient, Asien, Australien stillt das Reich der Mitte seinen schier unerschöpflichen Ressourcenhunger. Erst jetzt mit dem Dollarverfall, einer drohenden Währungsreform oder aber einer drohenden, galoppierenden Inflation fängt China an, aus einer vorgegebenen Spur auch politisch im internationalen Bereich auszubrechen. Ganz nach dem Sprichwort, handle nur aus der Position der Stärke, ist China momentan in erster Priorität nicht an politischen Entscheidungen interessiert, sondern vielmehr am Bau einer sehr soliden wirtschaftlichen Basis.(die nicht auf US – Dollar gestützt ist).
China & Argentinien
China will vom Dollar weg. Das Handelsabkommen mit Argentinien (umgerechnet 10 Mrd. US – Dollar) wird erstmals in Yuan abgeschlossen = Reduzierung der Dollar – Vorherrschaft.
Die Verbindungen zum Iran werden immer enger im Bereich Öl und Gas
Im Unterschied zu Europa mischt sich China nicht in die innerstaatlichen Konflikte oder interne Angelegenheiten ein. Und, als zentralistisch geführter Staat vergibt China Staatskredite um eigenstaatliche, wirtschaftliche Zielsetzungen zu erreichen. Man könnte also sagen, China nutzt die Schwächen seiner wirtschaftlichen Gegner geschickt, um eigene Wirtschaftsvorteile zu generieren. Vor Monaten konnte man in vielen Zeitungen lesen: „Finanzkrise vorbei – Rohstoffpreise ziehen an.“ Diese latent wiederholte Nachricht war grundlegend falsch. China kaufte sich auf Grund der Tiefstpreise und mit seinen Devisen – Billionen einfach seine Zukunftsvorräte ein. Deshalb stiegen die Preise. Money walk. Mit Beendigung der G8 FinanzKrise hat das nichts zu tun.
China & Russland
beendeten einen 40 jährigen Grenzstreit, nach dem die USA ihre „full spectrum dominance – Strategie“ verkündet hatte. FSD – Definition: die Fähigkeit, jede Streitmacht oder jede Kombination verschiedener Streitmächte auf der Erde zu besiegen. Meiner Meinung nach, eine vermessene und großspurige Dummheit so was öffentlich zu machen. Auch der Geschwätzigkeit Amerikanischer Politiker oder derer schriftstellerischen Profitgier ist so manche Zielfokussierung der US – Politik zu verdanken. Gleichzeitig vereinbarten China + Russland gemeinsame Manöver im Rahmen der SCO. Die ergänzenden wirtschaftlichen Interessen beider Mächte sind offensichtlich. Der Eine (Russland) hat, was der Andere (China) braucht: Öl, (Ausbau der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline, ESPO) Gas, Rohstoffe. Militärisch fehlt China die entscheidende Marinekapazität. Auch hier kann Russland zur Verfügung stellen. 2008 gingen 18 % der gesamten Russischen Rüstungsexporte an China. Zitat Putin über China: „Man findet kaum ein zweites Land auf der Welt, das in so vielen Bereichen mit uns kooperiert.“
Zitat Mao Tse Tung:“ China muss sich mit seinem Hauptwiderspruch auseinander setzen, hinsichtlich seines Nebenwiderspruchs jedoch Kompromisse schließen.“ Früher war der Hauptwiderspruch die Sowjetunion – heute ist es die USA.
Seit der Normalisierung zwischen China + Russland, kauft China Russlands Bodenschätze auf. Riesige Waldflächen + deren Holznutzung wurden von China geleast. Wenn Russland diese „Ersatzteillager – Mentalität“ nicht stoppt und seine Bodenschätze selbst nutzt, wird sich dieses Land seine GeoPolitische Zukunft selbst verbauen. (und in die Arme der EU – Zielsetzung führen). Was heute Leasing heißt, hat man früher Landnahme durch Kriegseinwirkung genannt. China kauft Sibirien auf. Die Russischen Oligarchen beuten Russland ebenfalls aus.
China & BRIC
Auf der einen Seite wird sich China zukünftig, als stärkste Wirtschaftsmacht, später, als stärkste Militärmacht der Welt, die Führungsrolle in der BRIC – Vereinigung zuschreiben. Auf der anderen Seite ist der zukünftigen Großmacht durchaus die historische Konkurrenzsituation mit der zukünftig zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, mit Indien, bewusst. Die USA könnte China die Position der führenden Weltmacht streitig machen, wenn sie dazu in der Lage ist, den Subkontinent Indien stark an sich zu binden. Das wäre dann ein ähnliches Verhältnis, wie USA + Großbritannien nach Beendigung des Empires.
Die USA liefern bereits ganze Waffensysteme an Indien. Meiner Meinung nach wird die USA Indien, zumindest de facto, aus dem BRIC – Verbund lösen.
China & Pakistan & Indien & USA
Bei der Gründung Pakistans 1947 (also der Teilung Indiens) verließen vier Millionen Muslime das heutige Indien und ca. sieben Millionen Hindus und Sikhs das Staatsgebiet von Pakistan. Kaschmir entschied sich für Indien. Seither führten beide Staaten 3 mal Krieg um diese Region. Seit 1947 suchte Pakistan starke Verbündete gegen Indien. Anfänglich waren das die USA + China. Indien wendete sich damals stark der Sowjetunion zu.
Heute ist Indien ein strategischer Partner der USA und für die GeoPolitische Bedeutung der USA von ausschlaggebender Bedeutung. Pakistan unterstützte die damalige Taliban – Regierung. Kaschmir ist dreigeteilt. Sowohl Indien, wie Pakistan + China beanspruchen einen Teil für sich. Drei Atommächte grenzen in dieser Region aneinander + sind gleichzeitig Besatzungsmacht desselben Landes. Hier haben wieder mal die Britten (Mountbattonplan) einen Konfliktherd hinterlassen, der die Welt auch zukünftig beschäftigen wird. Indien + China bemühen sich gegenseitig keine offenen Konflikte aufkommen zu lassen. Für Indien war der Status Atommacht wichtig, um, als „Global Player“ anerkannt zu werden. Indien strebt auch einen latenten Sitz im UN – Sicherheitsrat an. Die Zielsetzung Indiens ist, auch nach außen aus dem Schatten Chinas zu treten. Die Zielsetzung Chinas liegt in der tatsächlichen Reduzierung Indiens – auch mit Hilfe des Indien – Pakistan – Konfliktes. Der Erste hat noch selten den Zweiten gefördert. Den einzigen Fehler, den man momentan in Bezug auf China feststellen kann. Allerdings dürfte dieser Fehler entscheidend sein – auch für westliche Zielsetzungen.
China & Shanghai Cooperation Organization (SCO)
Die SCO wurde 2001, als Gegengewicht zur NATO + zur GeoPolitischen Zielsetzung der USA gegründet, der Beherrschung des Eurasischen Raumes. Mitglieder der SCO sind China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan. Der Iran, Indien + Pakistan haben einen Beobachterstatus. Die SCO hat verlauten lassen, dass man den Iran so lange nicht aufnehmen möchte, so lange der „Atomstreit“ nicht beigelegt ist. Ansonsten müsste die ´SCO, im Falle eines Angriffs der USA oder Israels auf den Iran das Vollmitglied verteidigen.
Eventuelle Konfliktnahtstellen mit den USA
Die SCO – Mitglieder mutmaßen, dass die vermehrte Stationierung von US – Truppen in Afghanistan + Irak am Ende eine befestigte Bastion gegen die SCO – Militärverbände darstellt. Im Herbst 2008 haben die USA die Kampfdivision AFRICOM gegründet, getrieben von der Sorge, die Vorherrschaft über die Afrikanischen Rohstoffe zu verlieren. Das Gutachten „Army Modernization Strategy“ geht davon aus, dass die USA während der kommenden 40 Jahre an ständigen Kriegen zur Kontrolle der Rohstoffe beteiligt sein könnten.
China und Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN)
Mitgliedstaaten: Thailand, Indonesien, Malaysien, Philippinen, Singapur, Brunei, Vietnam, Myanmar, Laos, Kambodscha. Circa 600 Mio. Menschen, ca. 10 % der Weltbevölkerung.
Der Staatenverbund will bis 2015 eine Freihandelszone unter den Mitgliedsländern (Vorbild EU) einrichten. Nun hat man gemeinsam mit China, Japan + Korea einen gemeinsamen Krisenfonds von 80 auf 120 Mrd. US – Dollar aufgestockt. Das Ziel dieses Fonds ist, im Fall einer Schieflage nicht auf den IWF + dessen extremer Wirtschaftsvorgaben angewiesen zu sein. Handelsvolumen zwischen ASEAN + China 2008: 231 Mrd. US – Dollar. An dieser Nahtstelle wurde zum ersten Mal offensichtlich beobachtbar, dass sich ein Power – Change anbahnt. Asien koppelt sich von den alten Regulierern, IWF + USA + EU ab und baut eigene Wirtschaftszonen + Sicherungsinstrumente auf. Noch ist der IWF unter US-Kontrolle. Mit Sicherheit wird China das Vetorecht der USA im Gremium angreifen und die weitere Verwendungen seiner Devisenreserven von seinem wachsenden Einfluss im IWF abhängig machen.
Asiatische Länder wie China, Thailand und Co. werden nie wieder auf Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen sein. Nicht zuletzt führten die Erfahrungen, welche die asiatischen Staaten während der Asienkrise gemacht haben und die harten Auflagen des IWF dazu, dass diese Länder riesige Devisenreserven als Versicherung angehäuft haben.
China & Europa
Halford Mackinder, Vater der GeoPolitik:“Die Spaltung Europas + Asiens (Eurasien) ist der Schlüssel zur anglo - amerikanischen Vorherrschaft.“ Seit 2007 ist der Handel zwischen der EU + China höher, als der Handel USA + China. China wird die US – Vorherrschaft im IWF + Weltbank angreifen + reduzieren, dass würde die Europäische Union schwächen, weil die Europäische Wirtschaft auf die Vereinigten Staaten ausgerichtet ist.
GeoPolitische Tendenzen & Zukunft
Die USA werden mittels Indien weiterhin in der ersten Riege mitspielen. Die EU wird sich dadurch teilweise abwenden und vom großen Bruder emanzipieren. Das wird wiederum Annäherung bis Vereinigungstendenzen mit Russland in Stand setzen. Wenn sich Russland darauf einlässt, wovon auszugehen ist, könnte die EU das Rechtssystem Russlands angleichen. Dadurch wird die „Raubzug – Mentalität“ der Russischen Oligarchen, allen voran Cowboy Putin bzw. dessen Nachfolger, eliminiert. Die Ausbeutung Russlands könnte so gestoppt werden.
China wird definitiv der Entscheidungsträger der Zukunft. Die Angst der China – Regierenden wird die MACHT und deren Ausübung in den zentralen Mittelpunkt stellen. Soziale Tendenzen werden von der neuen Weltmacht negiert. 60 % der Weltbevölkerung lebt in Asien. Sorgen Sie dafür, dass ihr Kind Chinesisch lernt. Der Wettbewerbsvorteil wäre exorbitant.
Kung hay fat choy.
Diese Recherche stammt von unserem GEOPOLITICAL.BIZ - Netzwerkexperten und UnternehmensberaterMike Huber. (September 2009)
GEOPOLITICAL.BIZ: Auswandern | Leben + Arbeiten im Ausland | Steuern | Risikomanagement | Wohnsitzverlagerung | Vermögensschutz | Vermögenskontrolle | Geopolitische Vermögenssteuerung by Markus Miller