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Outbreak: Die Gefahr einer Pandemie für die Finanzmärkte!

Ich stelle Ihnen ja fortlaufend die Geopolitischen Risiken unserer Welt vor, auch im Hinblick auf Terrorgefahren die mittlerweile fast schon zu stark in den Hintergrund gerückt sind.

Ein wichtiger Themenbereich sind im Übrigen die Gefahren durch mögliche Virulenten Epedemien und Pandemien. Ohne hier einen Dauerpessimismus ins Spiel bringen zu wollen, bin ich der festen Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis eines Tages ein bakterieller Virus unsere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme bedrohen wird.

An den Virus HIV und Aids haben wir uns ja mittlerweile gezwungenermaßen gewöhnt. Was aber wenn einst fiktive Filme wie “Outbreak - Lautlose Killer” - ein Krankheitserreger mutiert und springt von einem Tier auf den Menschen über, verbreitet sich dramatisch schnell und führt ebenso schnell zum Tod - einmal Wirklichkeit werden sollte?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Epedemie und Pandemie?

Eine Epidemie ist die zeitliche und örtliche Häufung einer Krankheit innerhalb einer Population, wobei es sich dabei im engeren Sinn um Infektionskrankheiten handelt. Epidemisch auftretende Krankheiten sind viele Tropenkrankheiten wie die Dengue, aber auch Cholera, Grippe, Typhus, Pest oder die Kinderlähmung.

Unter Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit, im engeren Sinn einer Infektionskrankheit. Bei Tierkrankheiten wird der Begriff Panzootie verwendet. Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt. Auch bei Pandemien gibt es Gebiete, die nicht von der Krankheit betroffen werden. Durch ihre abgeschiedene Lage können manche Gebirgstäler, Völker im Urwald oder Bewohner einsamer Inseln von einer Infektion beispielsweise verschont bleiben.

Es gab und gibt auch in unserer jüngeren Geschichte grosse Pandemien. Die Spanische Grippe (1918-1920) mit weltweit 500 Millionen Kranken und 25 bis 50 Millionen Toten. Die Asiatische Grippe (1957) mit einer Million Toten. Die Hongkong-Grippe (1968) mit 700.000 Toten oder natürlich wie schon gesagt AIDS (seit etwa 1980). Mittlerweile dürfte es weit mehr als 25 Millionen Tote geben und circa 40 Millionen Infizierte.

Pandemiephasen laut WHO

Die WHO unterscheidet zwischen insgesamt sechs Pandemiephasen:

+ Phase 1: Es wurde ein neuer Virus-Subtyp in Tieren entdeckt, ohne dass eine Gefahr für den Menschen besteht.

+ Phase 2: Es wurde ein neuer Virus-Subtyp in Tieren entdeckt, der als möglicherweise gefährlich für den Menschen eingeschätzt wird.

+ Phase 3: Beginn der Alarmphase: Vereinzelt werden Menschen infiziert, es erfolgt aber keine Übertragung von Mensch zu Mensch oder nur sehr selten und dann auch nur bei engstem Kontakt der Infizierten zueinander.

+ Phase 4: Kleine, örtlich begrenzte Häufungen von Infektionen mit vereinzelten Mensch-zu-Mensch-Ansteckungen, was nahelegt, dass das Virus nicht gut an den Menschen angepasst ist.

+ Phase 5: Erhebliches Pandemie-Risiko: Große, aber noch immer vereinzelte Häufungen von Infektionen mit örtlich begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, was nahelegt, dass das Virus zunehmend besser an den Menschen angepasst ist, aber noch nicht vollständig von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

+ Phase 6: Beginn der Pandemie: Wachsende und anhaltende Übertragungen von Mensch zu Mensch in der gesamten Bevölkerung.

Verbreitung und Ausbreitung

Flugrouten sind heute die schnellsten Ausbreitungswege von Infektionskrankheiten. So entwickelte sich AIDS, das durch das HI-Virus verursacht wird, unter anderem durch den Flugtourismus von einem lokalen zu einem weltweiten Problem.

Deutlich wird dieser Effekt auch an der Verbreitung von SARS im Jahre 2003. Während man in Asien noch von klassischen Verbreitungswegen ausgehen konnte, zeigte die zunehmende Zahl der Erkrankungen in Kanada diesen Reise-Effekt recht deutlich. Die Pest im Mittelalter kam wahrscheinlich an Bord von Handelsschiffen von Asien nach Europa.

Natürlich können sich manche Krankheitserreger, je nach Übertragungsweg, auch ohne solche “technischen Hilfsmittel” schnell über große Flächen und Entfernungen ausbreiten, doch verhindern dabei meist geographische Barrieren die weltweite Verbreitung.

 

Selbst eine Grippepandemie hätte gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

 

Trotz der Befürchtungen 1976 in New Jersey (Schweinegrippe), der weltweiten Ängste des Jahres 1977 (Russische Grippe) und bestimmter Vermutungen in Hongkong 1997 (Vogelgrippe) gab es nach der Infektionswelle 1968 keine weitere große Pandemie mehr. Ein verbesserter Immunschutz durch Antikörper und die Entwicklung von Grippeimpfstoffen vereitelten die Verbreitung des Virus und konnten bisher weitere dramatische Pandemien verhindern.

Angesichts einer Weltbevölkerung von 6.5 Milliarden, die sich seit 1918 mehr als verdreifacht hat, könnte allerdings heute sogar eine relativ harmlose Pandemie viele Millionen Menschenleben kosten.

Experten halten eine neuerliche Pandemie für unvermeidlich. Doch wann wird sie ausbrechen?

Während uns die Grippewelle des Jahres 1918 (die Spanische Grippe) leider kaum Aufschluss über ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte gibt, lassen sich die Folgen für die Weltwirtschaft und der Einfluss auf die Finanzmärkte doch abschätzen. Umsätze und Gewinne in allen Sektoren hätten unter einer Grippepandemie zu leiden. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Ausbruchs von Infektionskrankheiten werden heute zunehmend zu einem globalen Problem. Es gibt Branchen die dramatisch darunter zu leiden hätten wie beispielsweise die Luftfahrtindustrie, aber natürlich auch Branchen die enormen Profit daraus schlagen könnten wie beispielsweise Pharmaunternehmen mit entsprechenden Impfstoffen.

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Sie sollten Ihr Vermögen auf unterschiedliche Bankplätze und Anbieter verteilen. Was machen Sie wenn Sie Ihr ganzes Geld nur bei einer Bank oder einem Discountbroker haben und gerade dort fallen aufgrund von Krankheiten, Umwelteinflüssen oder Missmanagement Ihre gesamten Ansprechpartner aus? Mehrere voneinander unabhängige Bankverbindungen sind aus meiner Sicht - vor allem bei größeren Vermögenswerten - unbedingt notwendig im Sinne eines ganzheitlichen Risikomanagements!

Die möglichen Auswirkungen einer Pandemie auf einzelne Branchen

Julius Bär hat in einer sehr interessanten Studie, vor einiger Zeit einmal den Ablauf einer möglichen Pandemie in Phasen unterteilt und versucht abzuschätzen, welche Sektoren jeweils am stärksten davon betroffen wären.

Phase I

Vor-pandemische Phase: Starke Nachfrage nach antiviralen Wirkstoffen, Grippeimpfstoffen. Entwicklung neuer Impfstoffe.

Gewinner: Pharmaindustrie und Biotechgesellschaften

Phase II

Ausbruch der Krankheit: Einschränkung des freien Personenverkehrs. Unterbrechung der Nahrungsversorgung.

Verlierer: Fluglinien und Flughäfen, Transportindustrie, Tourismus und Hotellerie, Konsumgüterindustrie, Nahrungsmittelhersteller

Phase III

Rasche Ausbreitung der Krankheit: Grosse Anzahl von Spitaleinweisungen und erhöhte Auslastung. Starke Nachfrage nach Medikamenten und Impfstoffen. Erwartete Versicherungsleistungen. Steigende medizinische Kosten.

Gewinner: Spitalssektor, Pharmaindustrie

Verlierer: Versicherungssektor, Krankenversicherer

Phase IV

Weltwirtschaft ist betroffen: Einbruch von Volkswirtschaften und sinkende Rohstoffpreise. Sinkender Ölpreis. Anhaltend starke Nachfrage nach Gesundheitsdiensten

Verlierer: Zyklische Sektoren, Ölgesellschaften und Versorgungsunternehmen

Gewinner: Spitalssektor

Phase V

Allgemeine Panik: Steigender Goldpreis, Aufwertung von Währungen die als sicherer Hafen gelten, Rückführung von Kapital in die betroffenen Länder, Kurzfristige Zinssätze fallen als Reaktion auf Intervention der Zentralbanken, Langfristige Zinssätze steigen, Hohe Zinssätze sind eine Gefahr für den Immobilienmarkt und den Verbraucherzyklus, Crash der Finanzmärkte, Intervention der Zentralbanken führt zur Stabilisierung der Wirtschaft.

Verlierer: Vor allem der Finanzsektor, Immobilien und Verbrauchsgütersektor

Gewinner: Goldindustrie

Eine gewöhnliche Grippe ist schon schlimm genug, nur ist Ihnen dies auch bewusst?

Sie haben auch jedes Jahr eine Sommergrippe und denken sich nun, was soll diese Schwarzmalerei? Allein die gewöhnliche Grippe befällt jährlich etwa 120 Millionen Menschen in den Industriestaaten und fordert weltweit 250.000 bis 500.000 Todesopfer! Was passiert dann erst, wenn einmal einer dieser Viren mutieren sollte?

Grippe ist ein verbreitetes und weltweites Gesundheitsproblem. Die Krankheit befällt alljährlich etwa 120 Millionen Menschen in den USA, Europa und Japan. Das US Center for Disease Control hat seine Prognose, wonach eine typische Grippeepidemie in den USA für den Tod von 20.000 bis 36.000 Menschen verantwortlich ist mittlerweile erhöht.

Schätzungsweise 17 bis 50 Millionen Menschen allein in den USA oder 10% bis 20% der Weltbevölkerung infizieren sich alljährlich mit dem Grippevirus während der saisonalen Epidemien, die meistens im Zeitraum Dezember bis März ihren Höhepunkt erreichen. Daraus ergeben sich 250.000 bis 500.000 Todesfälle pro Jahr (WHO). Die Grippe ist eine wiederkehrende epidemische Infektionskrankheit, die das Leben von Kindern und Erwachsenen erheblich beeinträchtigen und bedrohen kann. Tatsächlich verursacht in den USA die Grippe USD 3 Milliarden bis USD 15 Milliarden an direkten und indirekten Kosten, darunter rund 70 Millionen Tage an Arbeitsausfall und rund 38 Millionen versäumter Schultage.

Welche Unternehmen könnten von einer Pandemie stark profitieren?

Bei Unternehmen, die einen grossen Teil ihrer Ressourcen für die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen aufwenden und bei denen die Grippeimpfstoffe einen hohen Umsatzanteil ausmachen, sollte die steigende Nachfrage nach Grippeimpfstoffen die Gesamtperformance des Unternehmens am positiv beeinflussen. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise Chiron, Berna Biotech oder ID Biomedical.

Weitere Firmen in diesem Bereich, welche von einer derartigen Gefahr profitieren könnten sind beispielsweise: Sanofi-Aventis, GlaxoSmithKline, Acambis, Solvay oder MedImmune.

Beispielsweise die Studie von Julius Bär mit dem Titel “Was Sie schon immer über die Vogelgrippe wissen wollten” ist derzeit sicherlich nicht so gefragt, wie die hohen Ölpreise oder Inflationsgefahren. Sie hat aber aus meiner Sicht nichts an Ihrer Aussagekraft verloren und der Tag wird kommen, an dem an Weltbörsen genau diese Auswirkungen wieder verstärkt in den Blickpunkt rücken werden.

Vergessen Sie also nicht, sich ab und zu auch mit den Themen zu beschäftigen, über welche Sie nicht täglich etwas in Newslettern oder Börsenfachzeitschriften lesen!

Als Meteorologe würde ich mit dem Spruch “Es kommt die Zeit in der das Wasser wieder steigt” wohl nie falsch liegen. Als Börsianer bin ich mir wie gesagt sicher es kommt die Zeit, in der irgendwo ein alter oder neuer Virus eines Tages mit dramatischen Auswirkungen ausbricht! Ich meine damit übrigens keinen Computervirus, wenn auch in diesem Bereich latente Gefahren für unsere Wirtschaftssysteme lauern.

Ihr

Markus Miller

Gründer und Herausgeber: GEOPOLITICAL.BIZ

 

GEOPOLITICAL.BIZ: Auswandern | Leben + Arbeiten im Ausland | Steuern | Risikomanagement | Wohnsitzverlagerung | Vermögensschutz | Vermögenskontrolle | Geopolitische Vermögenssteuerung by Markus Miller