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Beitrag: Swap me – die ETF Tauschwirtschaft!Swap me – die ETF Tauschwirtschaft!

 

Ich bin ja schon sehr lange ein Verfechter von aktivem Porfoliomanagement mit passiven Produkten, analog der Grundkonzeption einer Core Satellite-Strategie. Hier freut es mich sehr, dass ich in diesem Zusammenhang Focus Money ein Interview geben konnte. Den Bericht zu den ETF-Strategien, auch aus steuerlichen Gesichtspunkten von Focus Money möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Swap oder nicht Swap, dass ist hier die Frage?

Helmut Kohl hätte wahrscheinlich seine wahre Freude daran, gerade jetzt Bundeskanzler zu sein. „Geschichte wird gemacht“, würde er sagen. Ein historisches Ereignis jagt das nächste: die viertgrößte US-Investmentbank – pleite. Die größte Versicherung der Welt – verstaatlicht. Der nächste Präsident der USA – ein Farbiger.

Eine wahrlich historische Chance haben noch einen wenige Tage deutsche Anleger. Sie können sich für immer der Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Dividenden entziehen – zumindest für den Anlagebetrag, der ihnen heute zur Verfügung steht. Möglich ist dies mit sogenannten swapbasierten ETFs. „Geswapte ETFs sind ideale Steueroptimierungsmodelle. Wer jetzt nicht handelt, ist selber schuld“, sagt Markus Miller, Ex-Banker und Betreiber des Finanzportals GEOPOLITICAL.BIZ. FOCUS-MONEY erklärt,was Anleger bei diesem Produkt beachten müssen.

Zurück zur Tauschwirtschaft – Was ist eigentlich ein Swap

Ein Swap ist eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, in der Zukunft Zahlungsströme auszutauschen. So lautet die allgemeine Definition. In der Vereinbarung wird dann festgelegt, wie die Zahlungen berechnet werden und wann sie fließen.

Traditionell setzen Marktteilnehmer Swaps vor allem bei Zinsgeschäften ein. Große institutionelle Anleger schützen sich damit im Wesentlichen vor Zinsschwankungen und sichern sich von vornherein festgelegte Zahlungsströme für einen bestimmten Zeitraum. Dabei tauschen die Vertragspartner im Prinzip variable, beispielsweise an den Geldmarkt angelehnte Zinsen gegen einen festen Satz.

Mit Swaps können Anleger theoretisch auf alle vorstellbaren Differenzen setzen. So könnten zwei Fußballfans beispielsweise auf die Tordifferenz ihrer Lieblingsvereine im nächsten Duell wetten. Der Gewinner bekäme vom Verlierer die Tordifferenz in vorher festgelegten Geldeinheiten ausgezahlt.

Prinzipiell funktionieren ETF-Swaps ähnlich. Sie stellen nicht den Index und die darin enthaltenen Aktien dar, sondern verbriefen, vereinfacht gesagt, das Recht auf die Auszahlung der prozentualen Veränderung des Index.

Der Anteilseigner partizipiert durch die Kurssteigerung des Anteilswerts somit indirekt an den im Index enthaltenen Dividendenerträgen, die dadurch steuerfrei bleiben. Aufwendungen für Börsengebühren oder Umschichtungen im Index entfallen.

ETFs – börsengehandelte Indexfonds

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsennotierte Indexfonds. Die Gebühren sind wesentlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. Darüber hinaus bieten sie über die Swap-Variante noch einen satten Steuervorteil. Ursprünglich wurden die Swaps entwickelt, um möglichst genau den zu Grunde liegenden Index nachbilden zu können. Dabei wird das Wertpapierportfolio gegen den zu Grunde liegenden Aktienindex getauscht, also geswapt.

In der Regel entspricht das Wertpapierdepot des ETF-Anbieters nicht exakt dem Index. Das wird durch den Swap ausgeglichen. Bei einem PerformanceIndex wie dem Dax bedeutet das, dass die Wertentwicklung des ETF den Dax exakt nachbildet. Im Dax sind aber die Dividendenausschüttungen schon enthalten. Und die sind als Kursgewinn dann steuerfrei, wenn der ETF vor dem 31.12.2008 gekauft wird. Bei Preisindizes wie dem Euro-Stoxx-50 ist der Mechanismus komplizierter, aber das Ergebnis ist dasselbe: Dividenden und Kursgewinne bleiben steuerfrei.

Lohnender Zinseszinseffekt

Der Zinseszinseffekt macht Swap-ETFs gerade über einen längeren Anlagezeitraum sehr interessant, wie eine Musterrechnung zeigt. Darin wird verglichen, wie sich 10000 Euro in zwanzig Jahren entwickeln – je nachdem, in welchen Fondstyp der Anleger investiert. Annahme: Aktien steigen im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr und schütten zwei Prozent Dividende aus. Das entspricht in etwa dem zwanzigjährigen Durchschnitt.

Vor Kosten und Steuern erwirtschaftet ein Indexfonds (ETF) ziemlich exakt die Durchschnittsrendite des Aktienmarkts. Gut gemanagte aktive Fonds können eine höhere Rendite bringen, auch wenn sich das oft erst im Nachhinein herausstellt. In der Musterrechnung wird von einer Rendite von jährlich neun Prozent ausgegangen.

Trotzdem ist das Endvermögen eines Anlegers nach 20 Jahren höher, wenn er in ETFs investiert. Der ETF ohne Swap ist allein deshalb besser, weil die Managementgebühr entfällt. Beim ETF mit Swap kommt der Steuervorteil hinzu. Insgesamt hat der Investor am Ende über 7000 Euro mehr in der Tasche, obwohl der Fondsmanager sogar besser war als der Markt.

Zufälliger Vorteil des Steuereffekts

Der Steuereffekt war allerdings nicht der Grund für diese Konstruktionen. Eigentlich ging es nur darum, die Wertentwicklung präzise nachzubilden. Vor allem bei ausländischen Aktien spielen dabei die Dividenden eine wichtige Rolle. Große Indizes wie MSCI oder Stoxx gehen bei der Indexbildung davon aus, dass die Dividende tatsächlich am Ex-Tag gezahlt wird. In der Praxis stehen die Zahlungen aber erst später zur Verfügung. So dauert es in Japan 74 Tage, bis die Dividenden auf dem Konto der Aktienbesitzer sind. Das ist durchaus ein Problem für Fondsanbieter, weil sie das Geld nicht zur Verfügung haben, um den Index nachzubilden. Also tauschen sie die Forderung auf die Dividenden per Swap schon früher ein. Quasi per Zufall ist diese Finanzierungsform vor dem Zugriff des Finanzamts geschützt, weil es so nicht zu echten Ausschüttungen kommt.

Es besteht ein auf maximal 10% begrenztes Kontrahentenrisiko

Allerdings entsteht so ein Kontrahentenrisiko, das normalerweise bei ETFs ausgeschlossen ist. ETFs sind ein sogenanntes Sondervermögen und werden getrennt von den Aktiva des Emittenten gehalten. Bei Insolvenz bekommt der Anleger trotzdem sein Geld. Für den geswapten Anteil besteht aber das Risiko, dass der Swap-Partner pleitegeht. „Ein gewisses Swap-Risiko sehen wir, halten es aber für tragbar“, sagt Wolfgang Köbler, Manager des Dachfonds Vitreo ETF-Global. ETF-Anbieter dürfen nach gesetzlichen Vorgaben ohnehin nur bis zu zehn Prozent des Sondervermögens in Swaps stecken. In der Praxis ist es in der Regel weniger.

Reiche Ernte. Dieses relative geringe Risiko wird durch den Steuervorteil reich entlohnt. Der Gesamtertrag des Anlegers steigt erheblich, wie eine Beispielrechnung zeigt. Bei einer Anlage von nur 10.000 Euro beträgt der Zusatzertrag gegenüber einem regulären Aktienfonds nach 20 Jahren mehr als 7000 Euro! Kleinere Differenzen können sich über einen so langen Zeitraum gewaltig auswirken.

Das gilt generell bei Aktienanlagen. Die oft so mickrig wirkende Dividende hat im Lauf der Zeit ganz erheblichen Einfluss auf die Gesamtperformance. Laut Deutschem Aktieninstitut konnten Anleger im Schnitt der vergangenen dreißig Jahre mit deutschen Aktien zehn Prozent per annum verdienen – ein Viertel davon aus Dividenden.

Zuletzt kündigten viele Dax-Unternehmen an, für 2008 eine hohe Ausschüttung zu planen. Das verschafft dieser Anlagestrategie einen ausnehmend guten Start. Die steuerfreien Erträge sind in Relation zum Kurs besonders hoch und der Dax im historischen Vergleich billig.

Auf eines weist Markus Miller noch hin: „Vorsichtige Anleger warten die endgültige Verabschiedung des Jahressteuergesetzes durch den Bundesrat am 19. Dezember 2008 ab. Aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Regelung so bleibt, wie sie jetzt geplant ist.“

Sinnvolle Swap-ETFs

Nur ein Teil der in Deutschland handelbaren Indexfonds (ETFs) arbeitet mit Swaps und taugt deshalb zur Steueroptimierung. Bei der Masse der Produkte verwenden die Anbieter das klassische ETF-Konzept, halten also ständig die im jeweils abgebildeten Index gebündelten Aktien. Marktführer iShares hat unter seine etwa 140 verschiedenen Fonds weniger als 20 Swap-ETFs eingereiht.

Die kleineren iShares-Konkurrenten Deutsche Bank (x-trackers) und Lyxor setzen dagegen stärker auf das innovative Swap-Konzept. Vor allem bei Exotenmärkten dürfte sich die Swap-Konstruktion positiv bemerkbar machen. Späte Dividendenzahlungen, Stempelsteuern und ausländische Quellensteuern erschweren dort den Fondsanbietern ohne Swaps die exakte Indexnachbildung.

Newcomer Comstage setzt ausschließlich auf geswapte ETFs. Die ersparten Kosten werden zu einem Gutteil an den Kunden weitergegeben, sodass Comstage häufig auch die geringste Verwaltungsgebühr aufweist. Der aktuell interessanteste ETF setzt auf die Euro-Stoxx-600-Aktien, die in ihren Heimatmärkten zu den dividendenstärksten Werten zählen. Hier kommt der Swap-Vorteil stark zum Tragen.

Vergleiche und Beispielrechnungen von Focus Money

+ Die Musterrechnung

Ihr

Markus Miller
Gründer und Herausgeber: GEOPOLITICAL.BIZ

GEOPOLITICAL.BIZ: Auswandern | Leben + Arbeiten im Ausland | Steuern | Risikomanagement | Wohnsitzverlagerung | Vermögensschutz | Vermögenskontrolle | Geopolitische Vermögenssteuerung by Markus Miller