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Vom Domino zum Bumerang!Vom Domino zum Bumerang!

Ja ich bin mir bewusst, heute habe ich wieder eine neue Gespenstergeschichte für Sie auf Lager, obwohl doch viele derzeit sagen wir müssen positiv denken und wir können die Schwarzmalerei nicht mehr hören. Ich bin auch sehr positiv gestimmt und kann Ihnen nur raten, nutzen Sie die Gunst der Stunde und verwenden Sie die aktuellen Tendenzen zum Positiven, wenn Sie denn daran glauben. Auch einen Abwärtstrend können Sie positiv nutzen.

the trend is your friend

Das gilt gerade auch für Abwärtstrends. Nur psychologisch haben wir damit alle wohl ein Problem. Eine Aktie steht bei 100 Euro. Sie kann nun auf 200 Euro steigen, sich also verdoppeln, oder auf über 1.000 steigen und sich mehr als verzehnfachen (die berühmten 1.000%), oder theoretisch sogar ins unendliche explodieren. Aber fallen, kann diese Aktie maximal auf Null (in Zahlen 0). Das ist doch eigentlich super. Genau diese Fehleinschätzungen und Beschwichtigungen fallen mir momentan auch bei vielen Vermögensberatern oder Börsenbriefschreibern auf. „Jetzt sind Aktien billig wie nie, optimale Einstiegskurse, überverkauft, verbilligen, positiv denken, kaufen wenn die Kanonen donnern, gierig sein wenn alle zittern, antizyklisch investieren usw. und sofort“.

Für mich sind diese Argumente blablabla!

Die Zukunft wird Analysten und Berater richten. Vielleicht liege ich ja auch vollkommen daneben mit meinem positiven Pessimismus und in 2 Jahren stellt sich heraus, dass heute die besten Einstiegskurse waren und Sie Ihr Vermögen hätten vervielfachen können mit Aktien.

Taktisch halte ich Aktien derzeit für falsch, strategisch bedingt für richtig!

Aktien sind Sachwerte und Sachwerte halte ich momentan für geeigneter als Geldwerte. Darum sage ich aus strategischen Gründen sehr wohl auch, dass Sie Substanzaktien (beispielsweise Aktien mit Immobilienvermögen wie die Deutsche Telekom, oder Nahrungsmittelkonzerne wie Nestle und Unilever) durchaus kaufen sollten, wenn Sie ansonsten rein in Geldwerten investiert sind. Neben weiteren Sachwerten, wie beispielsweise Edelmetallen, allen voran Gold und Silber. Allerdings betone ich immer wieder, dass Sie sich Ihrer persönlichen Risikotragfähigkeit bewusst werden müssen. Und zwar emotional wie monetär.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie persönlich „Finanzpsychologisch“ gestrickt sind? Wenn Sie Ihr gesamtes Kapital verlieren (also vergleichbar mit einer Aktie deren Kurs auf Null fällt) wäre das für Sie der Supergau, also das schlimmste Ereignis was Sie sich vorstellen können? Könnten Sie das emotional verkraften, so dass Sie nicht Gefahr laufen, sich vor den Zug zu werfen und könnten Sie das auch finanziell/monetär so verkraften, dass Sie dennoch nicht zum Sozialfall werden?

Für viele meiner Freunde und Bekannten wäre der Verlust des Arbeitsplatzes und des Vermögens das schlimmste was die Finanzkrise mit sich bringen könnte. Werte wie Gesundheit und Private Zufriedenheit/Partnerschaften und Kinder/Familie natürlich auch. Der Verlust dieser Werte ist aber nicht unmittelbar mit der Finanzkrise verbunden. Zumindest noch nicht! Viele wiegen sich ja auch in der Sicherheit der Staatlichen Rettungspakete und Konjunkturprogramme. Für mich ist allerdings nicht mehr nachvollziehbar.

Staatliche Rettungspakete verhindern Dominoeffekte – aber zu welchem Preis?

Im schlimmsten Fall ist dieser Preis der Staatsbankrott. Also wieder eine Art „auf Null fallen“, aber das ist eben im Fall von „Fallenden Staaten“ bei weitem nicht alles, wie uns auch die Geschichte gelehrt hat. Eine Nation die fast blitzartig um mehrere Wohlstandsstufen zurückfällt hat mit dramatischen Konsequenzen zu rechnen:

+ Die Sozialsysteme kollabieren

+ Die Kriminalität explodiert

+ Aufstände (Anarchie) wüten in den Straßen

+ Hungerelend und Notstand breitet sich bis in bürgerliche Kreise aus

+ Die politische Macht kann in die Hände von Extremisten geraten

Warum kann dies geschehen, obwohl heute noch alles so beherrschbar erscheint? Das großzügige Verteilen staatlicher Rettungsschirmen hat eben Konsequenzen für die Staatsfinanzen. Ich halte diese Rettungsschirme und Konjunkturpakete für mittlerweile sehr bedenklich. Firmen wie Opel oder Schäffler dürfen nicht mehr mit Staatsmitteln gerettet werden.

Dominoeffekte zu verhindern habe ich sehr wohl auch für wichtig und richtig gehalten. Beispielsweise bei Banken, in Deutschland speziell im Fall der Hypo Real Estate oder auch der Commerzbank. Aber diese Banken haben nun einmal einen Sonderstatus und sind systemrelevant. Opel & Co. aber nicht!

Die Lehman Insolvenz hat Dominoeffekte aufgezeigt

Sie kennen ja vielleicht auf RTL den Domino Day. In der Politik und Weltwirtschaft haben wir längst jeden Tag einen Domino Day, nur geht es hier mittlerweile darum, weitere Dominoeffekte durch Unternehmenspleiten zu verhindern. Das wird aus meiner Sicht wohl gelingen. Allerdings wenn es schief geht, dann wird aus den Dominos ein Bumerang! Das ist der Preis und dieser Preis könnte zu hoch sein, nämlich dann, wenn unsere Systeme kollabieren.

Was ist ein Domino-Effekt?

Als Domino-Effekt bezeichnet man eine Abfolge von – meist ähnlichen – Ereignissen, von denen jedes einzelne zugleich Ursache des folgenden ist und die alle auf ein einzelnes Anfangsereignis zurückgehen. Die Kettenreaktion kann als Spezialfall des Domino-Effekts angesehen werden. Der Begriff Domino-Effekt wird seiner Anschaulichkeit wegen auch beispielsweise für soziale oder politische Prozesse verwendet, die aus einer Folge sich bedingender Ereignisse bestehen. Genau diese Situation haben wir derzeit in der Praxis.

In der Politik, Wirtschaft und bei Gewerkschaften wird diese Argumentation momentan sehr gerne hergenommen. „Wenn wir Opel nicht retten, dann geht nicht nur Opel Pleite, sondern die Arbeitslosen Opel-Mitarbeiter konsumieren nicht mehr, dann gehen die Geschäfte pleite, die Autozulieferer gehen auch pleite, noch mehr Geschäfte gehen pleite und so weiter und so fort“. Es ist also viel billiger Opel zu retten als die Kosten der Dominoeffekte zu tragen. So ein Blödsinn aus meiner Sicht! Diese Argumentation ist für mich – vor allem in der derzeitigen Komprimiertheit – eine sehr gefährliche Entwicklung.

Was ist nun ein Bumerang-Effekt?

Ein Bumerang kommt immer zu seinem Werfer zurück? Denken Sie auch so?

Von wegen, dass ist nicht das Ziel eines Bumerangs!

Aber so denken viele und leider zu viele. Das ist aber leider falsch! Ein Bumerang ist eigentlich eine Jagdwaffe und sollte sein Ziel, beispielsweise ein Tier treffen und handlungsunfähig machen, oder auch töten! Wenn ein Bumerang also trifft, kommt er logischerweise nicht zurück und genau dies ist das eigentliche Ziel eines Bumerangs.

Aus meiner Sicht spielt die Politik momentan mit der Jagdwaffe des Bumerangs. Mir kommt es so vor, als ob manche Bumerangs (ich hoffe das ist die Mehrzahl) derzeit mit sehr viel Energie aber auch sehr planlos losgeschleudert werden. Ich hoffe dass diese Waffen Ihre Ziele treffen. Wenn nicht, dann werden diese Waffen auf unsere Gesellschaft und unsere Systeme zurückkommen, weil das Ziel verfehlt wurde. Dann müssen wir diese Bumerangs wieder einfangen und ich hoffe das gelingt uns. Wenn dies auch nicht der Fall ist, werden sie uns verletzen. An unseren Finanzen oder auch mehr.

Ich hoffe diesen möglichen Auswirkungen ist sich unsere Ordnungspolitik und auch Sie als Marktteilnehmer bewusst, bei jedem Bumerang, welchen man derzeit in die Welt mit dem Argument „der Verhinderung von Schlimmeren“ hinausschleudert!

Ihr

Markus Miller
Gründer und Herausgeber GEOPOLITICAL.BIZ

 

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