4 Tipps aus meiner Praxis zur persönlichen Finanzkrise!
Ich habe derzeit so viele Anfragen und Anrufe wie nie zuvor. Standen im letzten Jahr noch die Abgeltungsteuerthemen stark im Mittelpunkt, so bekomme ich derzeit sehr viele Fragen zu Einzelaktien, Finanzprodukten welche Leser in ihrem Wertpapierdepot haben oder auch mögliche „sichere“ Anlagealternativen wie Edelmetalle. Ich spüre hier bei vielen Anlegern eine große Verunsicherung und teilweise auch wirkliche Ängste vor der Zukunft.
Ebenso haben viele Anleger allem Anschein nach das Vertrauen in die Politik, die Finanzsysteme und vor allem ihre Bank und den persönlichen Vermögensberater verloren. Glauben Sie bitte nicht, falls Sie all Ihr Geld – oder leider oftmals auch – Ihr noch verbliebenes Kapital nun in Gold anlegen oder nur noch Staatsanleihen kaufen, dass Sie dann auf der sicheren Seite stehen. Nur Geldwerte sind auch ein Risiko – nämlich vor Geldentwertung – und gar keine Aktien zu haben ist auch ein Risiko, nämlich das Risiko nicht dabei zu sein, wenn die Aktienmärkte wieder steigen. Ich habe nun aus diesen Praxisgesprächen, welche ich in den letzten Wochen und Monaten geführt habe einmal die aus meiner Sicht wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.
Ich möchte Ihnen diese nachfolgend kurz vorstellen, um Ihnen klar zu machen, auf welche Grundlegenden Dinge Sie achten sollten. Ich gebe normalerweise nicht viel auf Floskeln, aber der Spruch „Angst und Gier sind schlechte Ratgeber“ hat sich aus meiner Sicht bewahrheitet und gilt wirklich. Lassen Sie sich bitte bei Ihren Anlageentscheidungen ganz bewusst nicht von Angst oder Gier leiten! Auch Hektik und blinder Aktionismus sind schlechte Ratgeber. Diese Reaktionen führen aus meiner Erfahrung gerade in Krisenzeiten zu noch mehr Risiken für Ihre Vermögenswerte.
4 Tipps aus meiner Praxis für Ihre Anlageentscheidungen
1. Streuen und verteilen Sie Ihr Vermögen und vermeiden Sie Klumpenrisiken
Setzen Sie nun aus Angst oder auch Kapitulation vor den Finanzmärkten bitte nicht alles auf eine Karte. Ich habe in letzter Zeit mit vielen Anlegern gesprochen, die all Ihr Kapital nun auf einmal in Gold oder Staatsanleihen platzieren wollen, oder dies bereits getan haben. Gerade aus Angst vor weiteren Verlusten sollten Sie sich keinen Klumpenrisiken aussetzen. Anleger welche angesichts des dahinschmelzenden Vermögens nun panisch in Gold investieren vergeben mit dieser „Strategie“ Renditepotenzial und verzichten auf Risikominderung durch eine Streuung. Sie erhöhen also somit ihr Risiko. Außerdem wird es Ihnen nicht gelingen bei steigenden Aktienkursen rechtzeitig umzuschichten. Streuen Sie also Ihr Vermögen nicht nur auf unterschiedliche Anlageklassen, sondern auch in unterschiedliche Produkte und auch gerade Produktstrategien, wie beispielsweise marktneutrale oder quantitative Strategien.
2. Indexing statt Stockpicking
Gehen Sie als Anleger keine Einzelwetten ein, vor allem nicht um Verluste schneller wieder aufzuholen. Beispielsweise investieren einige Anleger derzeit in „ausgebombte“ Bankaktien oder Automobiltitel, weil diese Branchen ja staatlich gestützt und gerettet werden. Solche Einzelwetten sind aus meiner Sicht extrem riskant und für Ihr strategisches, privates Vermögens- und Risikomanagement ungeeignet. Wenn sollten Sie in Einzelaktien nur mit einem kleinen Teil Ihres Vermögens investieren. Besser ist aus meiner Sicht der Kauf von Exchange Traded Funds (ETFs). Hier haben Sie auch die Möglichkeit, beispielsweise in Branchen ETFs zu investieren (auch Automobil oder Bankenwerte), streuen aber dennoch Ihr Risiko und haben im Gegensatz zu Einzelaktien bessere Verlustverrechnungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Abgeltungsteuer, falls die Investitionen fehlschlagen. Grundsätzlich ist mein Rat an Sie: Indexing statt Stockpicking. Setzen Sie auf Marktbreite Aktienindices über ETFs, anstatt dass Sie versuchen, einzelne Aktien herauszupicken! Eine der besten und empfehlenswertesten ETF-Suchmaschinen für Ihre gezielte ETF Auswahl ist für mich übrigens das kostenlose Angebot von www.fundexplorer.de
3. Adaptieren Sie Ihre Strategie, aber bleiben Sie Strategien treu
Nehmen Sie keine unüberlegten und überhasteten Änderungen Ihrer Asset Allocation vor. Ich beobachte immer wieder, dass viele Anleger, welche mit Aktien Geld verloren haben dazu neigen, sich von der Börse komplett zu verabschieden und ihre Aktienquote auf null reduzieren. Das ist der falsche Ansatz. Wenn Sie mit Aktien in der Abwärtsentwicklung voll dabei waren, dann sollten Sie auch von einer möglichen Erholung der Aktienmärkte – eines Tages zumindest – profitieren. Auch hier empfehle ich Ihnen beispielsweise marktneutrale Strategien, oder quantitative Strategien. Achten Sie dabei darauf: Die Aktienquote sollte sich immer an Ihrem persönlichen Risikoprofil orientieren. Allerdings habe ich auch in der Praxis eine sehr gute Erfahrung mit der bewährten Formel (Die maximale Aktienquote sollte 100 - Ihr Lebensalter sein). Wichtig ist allerdings dabei schon Ihre persönliche und individuelle Risikotragfähigkeit, die langfristig vor allem aufgrund Ihres Alters, Ihres Einkommens, Ihrer Vermögensverhältnisse und Ihrer Ausgabenpläne definiert werden sollte. Diese Aktienquote sollte dann auch in Krisenzeiten durchgehalten werden!
Verfallen Sie als Anleger (ich spreche hier nicht von aktiven Tradern) keinem hektischen Timing und Trading, um die derzeitigen hohen Schwankungen an den Börsen ausnutzen zu wollen. Die Kursschwankungen sind seit etwa einem Jahr besonders dramatisch. Die Volatilitäten (Schwankungsbreiten) sind derzeit circa doppelt so hoch wie in den vergangenen fünf Jahren. Tagesschwankungen von über 10 Prozent sind auch bei Standardaktien keine Seltenheit mehr. Einige Anleger versuchen, genau diese Schwankungen zu nutzen und setzen, mit Hilfe von Derivaten, auf fallende oder steigende Kurse. Dieses kurzfristige Trading gelingt allerdings selbst professionellen Händlern und Daytradern – nachhaltig und langfristig - nur selten. Auch wenn es reizvoll ist, ich rate Ihnen dies als Anleger nicht zu tun. Frieren Sie lieber die hohen Volatilitäten beispielsweise durch Deep-Bonuszertifikate ein und gehen Sie in die Aktienmärkte mit einem Risikopuffer ohne dass Sie jeden Tag – nervenaufreibend - auf die Börsen schauen müssen.
Mein Fazit
Ich merke derzeit in der Praxis, dass viele Anleger finanziell und nervlich sehr angeschlagen sind. Ebenso nehmen die Zukunftsängste und Existenzängste – gerade auch von Vermögensinhabern - dramatisch zu. Wenn Sie heute Ihren Arbeitsplatz verlieren ist das sehr schlimm, aber eine neue Arbeit kann sehr wohl gefunden werden. Wenn Sie aber Ihr Vermögen verlieren, dann ist der Wiederaufbau weit schwieriger als der gezielte Substanzerhalt und Vermögensschutz mit einem intelligenten, kompetenten und modernen Vermögensmanagement unter Einbeziehung entsprechender Banken, Bankplätzen und Produkten.
Kapitulieren Sie nicht vor den Kapitalmärkten und flüchten Sie nicht NUR in die Scheinsicherheiten von Festgeldern, Staatsanleihen oder „nur Gold“!
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