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Selbstmord und Börse – der erste prominente Tote!

Langweilig wird es momentan ja nun wirklich nicht und spätestens jetzt haben wir in Deutschland mit der Hypo Real Estate den ersten Supergau sogar im DAX-Segment. Banken und Versicherungen springen mit 50 Milliarden Euro Notkredit ein. Und die Regierung sieht sich sogar gezwungen, für die privaten Spareinlagen der Deutschen zu bürgen. Steinbrück will nun in jedem Fall “keine europäische Lösung zur Risikoabschirmung”. Aus meiner Sicht ist selbst eine rein europäische Lösung in einer globalisierten Welt der falsche Weg. Aber ein Deutscher Sonderweg mit einem “Abschirmungsschrim” über die “Insel” Deutschland wird aus meiner Sicht nicht funktionieren.

Sozialkapitalismus oder Kapitalsozialismus

Finanzminister Peer Steinbrück sagte nun im Deutschlandfunk: “Über die “singuläre Lösung” für die Hypo Real Estate hinaus müssen wir versuchen, in Deutschland insgesamt einen Schirm zu spannen”. Ziel sei, nicht “von einem Fall in den anderen Fall” zu geraten.” Im Augenblick sei nichts auszuschließen. Man könne lediglich dafür sorgen, “dass nicht andere Dominosteine umfallen”. Steinbrück hat dazu einen “Plan B” in der Schublade.

Ich denke manche Finanzmarktteilnehmer denken mittlerweile auch an einen andern “Plan B” in ihrer Schublade, welcher sich Revolver oder Pistole nennt.

Indikator: Selbstmordrate bei Managern und Marktteilnehmern!

Ich will hier nicht in Polemik verfallen oder die Dramatik verharmlosen, neben dem Vermögen auch noch das Leben zu verlieren. Aber für mich gibt es einfach keine Tabus und auch Entwicklungen wie Selbstmord zählen für mich in den erweiterten Bereich der “Wirtschaftspsychologie”. Nur schreibt darüber halt niemand. Allerdings ist ein Selbstmord wohl eher ein Nachlaufindikator als ein Vorlaufindikator. Vielleicht könne man aber auch die These aufstellen wenn die Selbstmordrate am höchsten ist, dann ist die Nacht am schwärzesten und es kann nur besser werden.

Es ist einfach so aus meiner Sicht, dass in extremen Situationen gerade auch in der Wirtschaft die Selbstmordraten von Beteiligten in diesem Zusammenhang zunehmen, auch wenn ich Ihnen keine empirische Untersuchung für meine These liefern kann. Für mich ist aber dieses Thema wie so vieles andere eben kein Tabu und darf es auch nicht sein.

Auch Selbstmordraten von Managern oder Marktteilnehmern können - so hart wie es klingt - nämlich sehr wohl Vorlaufindikatoren sein. Nämlich dafür, dass so langsam die Marktbereinigung an Dynamik verliert und mehr Hygiene und somit neue Chancen eintreten. Daran hat sich auch heute nichts geändert und man erschießt oder erhängt sich immer noch genauso wie 1929. Warten Sie mal ab bis Sie in der Zeitung und den Medien von den ersten Bankern, Beratern oder auch Anlegern hören, welche diesen Weg der Konfliktbewältigung und des Risikomanagements wählen.

Wer nicht haftet braucht sich auch nicht umzubringen

In Deutschland nehmen sich aus meiner Sicht übrigens deswegen kaum Manager das Leben bei Missmanagementleistungen, weil Sie ja sowieso nicht oder nur sehr bedingt haften für Ihre Fehler und meist mit einem Goldenen Handschlag ins sorgenfreie Privatleben verabschiedet werden. Ebenso sind “Comebacks” durchaus möglich.

Bei manchen Privatanlegern dagegen bin ich mir sicher, dass auch hier aufgrund mangelnden Risikomanagements dies ein letzter Ausweg - für hoffentlich - sehr wenige sein wird. Aber wenn ich die teilweise dramatischen Fälle sehe, in welchen ältere Personen vollkommen unwissend ihre letzten Spargroschen in Lehmann-Zertifikate oder ähnliches veranlagt haben, dann glaube ich, dass dies durchaus auch zu extremen Verzweiflungstaten führen kann.

Selbstmord in der Krise - Der Chef von Olivant Advisors aus London nutzte die Bahn!

In England gibt es mittlerweile den ersten prominenten Fall in diesem Bereich. Ebenso wohl auch in diesem kausalen Zusammenhang Missmanagement und Selbstmord. Hier bekommt der “Börsengang Slogan” der Deutschen Bahn “Die Bahn kommt” einen makabern und tragischen Ausdruck.

Der Millionär Kirk Stephenson hat sich umgebracht

Der Familienvater Kirk Stephenson hat innerhalb von 20 Jahren eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Im Juni diesen Jahres aber eine gravierende Fehlentscheidung getroffen. Seine Londoner Beteiligungsgesellschaft “Olivant Advisers” übernahm für über eine Milliarde Euro zweieinhalb Prozent der Anteile an der Schweizer Bank UBS.

Seitdem fiel der Börsenwert der UBS um 20 Prozent. Eigentlich gar nicht mal so dramatisch in Relation zu andern Fehlinvestitionen von Managern. Für Stephenson allerdings ein Verlust von über 250 Millionen Euro. Vermutlich konnte er die Verluste, die seine Firma erlitten hat, nicht verkraften. Stephenson hat sich nun in London vor einen Zug geworfen. Einen Abschiedsbrief hat er ebenfalls nicht hinterlassen, allerdings dürfte wohl die Bilanz und das Ergebnis von “Olivant Advisers” sein Abschiedsbrief und seine Offenbarung - zumindest an Investoren und Teilhaber - sein.

Allerdings selbst im Tod sind diese Menschen verantwortungslos!

Erstens stehlen Sie sich aus der Verantwortung, stehen nicht zu Ihren Fehlern und hinterlassen in diesem Fall auch noch neben einer wohl fassungslosen Familie zumindest einen traumatisierten Lockführer zurück. Von den Helfern welche die Reste einsammeln müssen einmal ganz zu schweigen. Während meiner Armeezeit musste ich auch einmal bei einer derartigen Bergungsaktion” mithelfen dadurch kann ich das sehr gut beurteilen aus eigener Erfahrung.

Vielleicht bin ich persönlich insgesamt auch zu stark militärisch geprägt, aber zumindest den Freitod sollte man dann mit Anstand noch hinbekommen. Das ist auch eine Charakterfrage. Auf Deutsch bedeutet das für mich Kugel (Vollmantel kein Schrot), Gift, Abgase oder Strick, nicht aber Zug, Brücke oder Hochhaus!

So wie man Verantwortung für seine Investoren und Kunden übernehmen sollte, muss man auch bei dieser letzten Entscheidung an all diejenigen denken, welche eben die Überreste danach wegräumen müssen. Aber dieser Charakterzug fehlte diesen Menschen schon bei Ihren Risikomanagement- und Investmententscheidungen wie eben auch bei ihrer finalen Entscheidung in der totalen Hoffnungs- und Planlosigkeit.

Da ich mich ja mit meinen Publikationen und Modellen gerade dem Vermögensschutz verschrieben habe, auch für diese extremen Fälle nun ein Tipp zum präventiven Lebensschutz. www.selbstmord.de.

Das ist jetzt übrigens keine Seite wie Sie sich am besten umbringen können, sondern ein Portal mit Kontaktadressen und Hilfemöglichkeiten zum Thema. “Selbstmord ist keine Lösung”. Ich glaube so weit hergeholt ist das für manche momentan gar nicht.

Habe ich nun eine Botschaft - abstrakt - transportiert?

So. Wenn ich mir also das nun durchlese was ich heute geschrieben habe, korreliert das schon ganz gut mit der aktuellen Lage an den Weltfinanzmärkten im übertragenen Sinne zumindest. Ich hoffe das ganze klingt auch nicht allzu depressiv oder destruktiv. Das wäre nämlich nicht meine Intention. Ich bin der Meinung wir werden auch wieder gestärkt und mit vielen neuen Chancen und Möglichkeiten aus dieser Krise hervorgehen. Ich bin aber auch der Ansicht, man sollte endlich Unternehmen, vor allem Banken sterben lassen und nicht versuchen alles und jeden halbtoten zu retten. Im Krieg selektiert man die hoffnungslos verwundeten auch aus, um den überlebensfähigen bessere Chancen zu geben und effizient zu sein. Das mag auch hart sein vor allem für Pazifisten, aber so ist das nun einmal. Extreme Situationen erfordern extreme, harte Entscheidungen und Handlungen. Gerade in Krisenzeiten.

Den unternehmenspolitischen Selbstmord haben viele schon lange hinter sich, nur hat es lange gedauert bis wir gemerkt haben dass manche schon lange angefangen haben zu stinken und schon längst tot waren.

Wiederbelebung oder Wiederauferstehung hat bei Toten vielleicht bei Lazarus oder Jesus funktioniert. Bei Judas und Lehmann wohl nicht. Die Brüder Lehmann, kennen Sie ja. Judas steht für mich für jene Manager und Entscheidungsträger, welche eben wie viele Landes- und Investmentbanken für ein paar Silberlinge (Renditegier) ihre eigenen Ideale und Aufgaben (Vermögensschutz, Verantwortung) verraten und verkauft haben.

Judas hat sich übrigens aufgehängt. Vor 2000 Jahren kam die Bahn nämlich noch gar nicht!

Ihr

Markus Miller
Gründer und Herausgeber: GEOPOLITICAL.BIZ

GEOPOLITICAL.BIZ: Auswandern | Leben + Arbeiten im Ausland | Steuern | Risikomanagement | Wohnsitzverlagerung | Vermögensschutz | Vermögenskontrolle | Geopolitische Vermögenssteuerung by Markus Miller